LexikonBaufeuchte

Baufeuchte

Als Baufeuchte wird die während der Bauphase eingebrachte Feuchtigkeit in Mauerwerk und Rohbau bezeichnet. Sie entsteht größtenteils durch die feuchte Verarbeitung verschiedener Baustoffe, wie Estrich, Mörtel, Putz, Beton oder Farben. Um Feuchteschäden auszuschließen und die relative Luftfeuchtigkeit im Neubau zu regulieren ist es wichtig, während des Bauprozesses und in den ersten Heizphasen gut zu lüften oder einen Bautrockner einzusetzen.

Bereits bei der Auswahl der Baustoffe sollte darauf geachtet werden, dass diese einen geringen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen (wie beispielsweise Trockenestrich oder Dünnbettmörtel). Beim Kauf dieser Baustoffe ist besonders auf die Qualität zu achten, denn durch eine mangelhafte Lagerung können sie bereits zu viel Feuchtigkeit enthalten. Ein schlechter Schutz des Rohbaus kann ebenfalls zu einer hohen Baufeuchte führen, wenn Regen oder Schnee in das Bauwerk eindringen.

Entstehungsarten von Baufeuchte

In einem Neubau befinden sich rund 90 Liter Wasser pro Quadratmeter Wohnfläche. Dabei sind die Ursachen für eine Baufeuchte unterschiedlich. Sie kann erfolgen durch:

·         Feuchte Baustoffe

·         Diffusion

·         Flankendiffusion

·         Konvektion

Die Baufeuchte ist allerdings nicht zu verwechseln mit der Wohnfeuchte, die später durch die Nutzung des Gebäudes entsteht. Diese wird meistens durch Waschen, Kochen, Spülen, Duschen oder die Wäschetrocknung verursacht, aber auch durch Zimmerpflanzen oder Aquarien.

Feuchte Baustoffe
Die durch Feuchtigkeit in Baustoffen verursachte Baufeuchte ist bis zu einem bestimmten Grad normal. Bei Herstellung der Baumaterialien wird Feuchtigkeit in Form von Wasser eingesetzt, um eine optimale Konsistenz zu erreichen. Denn ohne einen Mindestanteil an Feuchtigkeit würde jeglicher Baustoff zerfallen. Diese sogenannte Ausgleichsfeuchtemenge sorgt dafür, dass die Materialien nicht zerbröseln (zu wenig Feuchtigkeit) oder sich auflösen (zu viel Feuchtigkeit).

Diffusion
Bei der Diffusion werden Bauteile durch Gase durchdrungen, um einen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Gaskonzentrationen zu erreichen. Grund dafür ist eine Druckdifferenz, die zwischen innen und außen auftritt. Der Austausch erfolgt dabei nicht über die Fugen, sondern über die Bauteile selbst. Die Geschwindigkeit der Diffusion wird durch Temperatur, relative Lichtfeuchte und Luftdruck beeinflusst. Sie ist nicht vermeidbar, kann aber durch den Einsatz einer Dampfsperre gehemmt werden.

Flankendiffusion
Während Baufeuchte durch Diffusion vorhersehbar ist, entsteht sie bei der Flankendiffusion durch ein unvorhergesehenes Eindringen von Feuchtigkeit über nicht isolierte, angrenzende Bauteile. Dies kann beispielsweise durch angrenzende Gebäude, eine angebaute Garage oder Vordächer geschehen. Dort dringt dann Feuchtigkeit in die Isolierung der wasserundurchlässigen Bauteile ein.

Konvektion
Konvektionen entstehen durch eine Undichte an Bauteilen. Dabei gelangt warme Innenluft in ein nach außen liegendes Bauteil. Durch den Temperaturunterschied kühlt die Luft ab und es entsteht Kondenswasser.

Baufeuchte bestimmen

Um die Feuchtigkeit der verwendeten Baustoffe zu bestimmen, gibt es zwei Arbeitsweisen: Zerstörende und zerstörungsfreie Methoden. Bei einer zerstörenden Methode muss eine Probe genommen werden, um die Baufeuchte zu bestimmen, bei der zerstörungsfreien kommen Sensoren zum Einsatz.

Zerstörende Methoden

·         Calciumcarbid-Verfahren

·         Gravimetrische Methode

Zerstörungsfreie Methoden

·         Mikrowellen-Verfahren

·         Infrarotabsorption/ -reflexion

·         Leitfähigkeits-Verfahren

·         Ausgleichsfeuchte-Verfahren

·         Streufeld-Verfahren

·         Zeitbereichsreflektometrie

·         Neutronensonde

Folgen von Baufeuchte

Wird die Baufeuchte nicht beseitigt, können Bauschäden auftreten, die im schlimmsten Fall nicht nur das Gebäude, sondern auch die Gesundheit der Bewohner schädigen. Die Bildung von Gebäudepilzen und Schimmelbefall kann dann zu einer hohen Luftbelastung führen. Folgen für die Bewohner wären beispielsweise Allergien, Vergiftungen oder Infektionskrankheiten.

Eine zu hohe Feuchtigkeit kann sich zudem auch auf die Stabilität und die Statik des Gebäudes verheerend auswirken, wenn Baustoffe im Laufe der Zeit zersetzt werden. Im Winter kann sie außerdem zu Frostschäden an Putz und beschädigten Leitungen führen. Ist das Mauerwerk sehr feucht, kommt es in der Regel zu Salzausblühungen, durch die Mörtel und Putz spröde werden.

Bauchfeuchte reduzieren

Um während der Bauphase Feuchtigkeit von außen möglichst abzuhalten ist es wichtig, den Rohbau vor Regen, Schnee und Grundwasser durch den Einsatz von Folien zu schützen.

Vor einer weiteren Bearbeitung feuchter Baustoffe sollte eine gründliche Trocknung erfolgen. Dabei ist zu beachten, dass beim Trockenvorgang Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben wird. Das Gebäude muss dann trockengeheizt werden. Normalerweise sollte die Baufeuchte nach etwa zwei Heizphasen aus den Bauteilen gewichen sein. Die Energiekosten sind also in den ersten beiden Wintern höher, als in den Folgejahren.

Um die Baufeuchte frühzeitig zu reduzieren, lohnt sich der Einsatz von Bautrocknern. Auch der Einsatz von Fertigbauteilen oder Trockenbau-Elementen kann eine Baufeuchte minimieren.

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